Meike Lipp
1955 in Hamburg geboren
1977 Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg
1977 - 1981 Studium an der HfBK in Hamburg,
Schülerin von Gisela Bührmann, Kai Sudeck, Werner Bunz und Harald Duwe.
1982 - 1983 Studium an der Rijksakademie Amsterdam
seit 1983 als freischaffende Malerin in Hamburg
1984 - 1986 „Schlachthausbilder”, Studien vor Ort im Hamburger Schlachthof
1988 sechsmonatige Studienreise nach Südafrika
1989 dreimonatiger Studienaufenthalt bei Moskau
lebt und arbeitet in Hamburg.
> Katalog „Meike Lipp Stadtbilder” (Download 3 MB)
Stilleben, 2008
Öl/Leinwand, 60 x 50 cm
Im Deutschen Schauspielhaus Hamburg, 2008
Öl/Leinwand, 50 x 60 cm
Hamburg Hauptbahnhof II, 2008
Öl/Leinwand, 50 x 60 cm
Hamburg Hauptbahnhof I, 2008
Öl/Leinwand, 60 x 50 cm
Europameisterschaft, 2008
Öl/Leinwand, 45 x 50 cm
Hamburg Hauptbahnhof V, 2008
Öl/Leinwand, 70 x 80 cm
Hamburg Hauptbahnhof III, 2008
Öl/Leinwand, 70 x 50 cm
Hamburg Hauptbahnhof IV, 2008
Öl/Leinwand, 80 x 70 cm
Passage, 2008
Öl/Leinwand, 60 x 70 cm
Markthalle, 2008
Öl/Leinwand, 60 x 70 cm
Bar, 2008
Öl/Leinwand, 50 x 60 cm
Marktstand, 2008
Öl/Leinwand, 50 x 60 cm
Ausstellungen (Auswahl)
1982 Galerie Riemenschneider, Hamburg (Einzelausstellung)
1987 Galerie Rose, Hamburg (Einzelausstellung)
1987 Teilnahme an „Galerie Rose zeigt Landschaften” (mit Grützke, Heisig, Tripp u.a.), Galerie Rose, Hamburg
1988 Teilnahme an „Frühlingswind” (mit Biederbick, Feser, Grützke, Leippert u.a.), Galerie Rose, Hamburg
1990 Galerie Rose, Hamburg (Einzelausstellung)
1991 „Kunsttreppe” Hamburger Abendblatt (Einzelausstellung)
1991 Museum Domäne Dahlem (Einzelausstellung)
1992 Teilnahme am Symposium Galerie "Lat di Tied", Nordstrand
1993 Teilnahme am Symposium Galerie Koch-Westenhoff, Lübeck
1994 Galerie Iris Eckert, Sylt (Einzelausstellung)
1996 Galerie Koch-Westenhoff, Lübeck (Einzelausstellung)
1997 Freie Akademie der Künste, Hamburg (Einzelausstellung)
1999 Künstlerhaus Bergedorf, Hamburg
2003 Galerie Meyn, Lüneburg (Einzelausstellung)
2004 HSH Nordbank AG, Hamburg (Einzelausstellung)
2004 Teilnahme „1. Kaltenkirchener Kunstachse”, Kaltenkirchen
2008 Galerie Rose, Hamburg (Einzelausstellung)
Die Bilderwelten der Hamburger Künstlerin Meike Lipp handeln im weitesten Sinne von den Metamorphosen des Alltäglichen. Ob Landschaften oder Interieurs - sie beschreiben in realistischen Posen oder in anekdotischen Szenarien die Interaktion von Figuren. Figuren im Raum - das ist Meike Lipps eigentliches Thema jenseits modischer Aktualität. Diese bewegen sich in einem weiten Spektrum von ausgreifender Bewegung bis hin zu körperhafter Statuarik. Ihre Aktionsräume waren bisher vorzugsweise Tischgesellschaften, einfache Tafelszenen oder deftige Bacchanale. Die Figuren agierten in Gruppen oder porträthafter Isolierung. Sie entwickelten keine dechiffrierbaren Geschichten, ihr narrativer Erzählkreis blieb eher vage und unbestimmt. Dabei konnten biografische Bezüge oder örtliche Gegebenheiten durchaus eine Rolle spielen. Grundsätzlich verwiesen Gestik und Mimik auf spezifische Temperamente.
In jüngster Zeit hat Meike Lipp eine neue Perspektive in ihrem Werk eröffnet. Sie hat sich von den profanen Interieurs ihrer Gastmähler mit ihrem typisierten Personal gelöst und den Brennpunkten des öffentlichen Lebens der Großstadt zugewandt. Unterwegs mit Staffelei und Skizzenbuch erkundet sie etwa - sehr zum Unmut des kontrollierenden Wachpersonals - die Innenwelt des Hamburger Hauptbahnhofs. Dabei ist ihr Motiv nicht die grandiose technische Konstruktion dieser profanen Basilika als solcher, sondern die Bewegung der Massen in ihr und im räumlichen Verhältnis zu ihr. Wie in einem Sog scheinen die partikularisierten Individuen durch die riesigen Hallen getrieben zu werden. Die Mehrschiffigkeit sowie die Mehrgeschossigkeit nehmen für den aufmerksamen Betrachter bisweilen theatralische Züge an. In ihrer perspektivischen Orientierung erschafft die Künstlerin die Illusion eines riesigen Foyers samt Bühne.
In einigen Fällen übernehmen hierbei die Fronten der Seiteneingänge mit ihren überdimensionalen, halbrunden Thermenfenstern die Funktion eines Bühnenbildes. Daß der historische Bahnhof des 19. Jahrhunderts sowie des späten Historismus per se als Ort theatraler Handlung begriffen wurde, zeigen bereits zeitgenössische Dokumente. Das generelle Interesse Meike Lipps an Theaterdarstellungen belegen zusätzlich ihre Innenansichten von großen Hamburger Bühnen.
Neben Großthemen wie diesen richtet sich das Augenmerk der Künstlerin auch auf weniger spektakuläre Motive. So porträtiert sie kleinere Läden oder Interieurs im Bahnhof und anderswo. Auffällig hier und bei den gleichzeitig entstandenen Stilleben - ein Genre, das sie schon viel früher bearbeitet hat - ist eine neue Intensität der Farbe, sowohl in der Leuchtkraft wie in der Form des nun stark pastosen Auftrags. Blumen, Obst und andere vegetabile Gegenstände werden in zum Teil grellen Farbsequenzen eingefangen - orange, rosa und besonders gelb werden teils monochrom, meistens aber in gemischten, überlagerten Schichten für den expressiven Kontext genutzt. Hier und da kommen einem Assoziationen an den Expressionismus in den Sinn. Meike Lipp möchte aber weder kritisch die weitestgehend konsumkonformen urbanen Orte und Situationen konterkarieren, noch sie zu ornamentalen Bouquets bündeln. Die leitende Idee ihrer Arbeit bleibt den klassischen Themen der Malerei verhaftet: Figuren im Raum, egal welcher Gestalt. Daß sie dabei keinem sterilen Formalismus anheimfällt, dafür garantiert besonders in den neueren Arbeiten der virtuose Umgang mit der Farbe.
Eberhard Drueke
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